Sonntag, 31. Oktober 2010

Klassiker-Challenge - Leseliste

Anstatt noch eifrig weiter an meinem NaNo-Roman zu plotten, erstelle ich schon wieder Bücherlisten ...
Aber ich habe schon vor einer Weile beschlossen, bei Lenas toller Klassiker-Challenge mitzumachen.
Es müssen vom 1. 1. 2011 bis zum 30. 6. 2012 Bücher aus mindestens 10 Ländern/Regionen gelesen werden, und davon dürfen nicht mehr als 5 aus der Zeit nach 1950 sein (später erschienene Bücher habe ich mit einem Sternchen gekennzeichnet). Ein bisschen etwas lässt sich schon durch meinen SuB und dank meiner Mutter abdecken.

Afrika
*Nadine Gordimer - Ein Spiel der Natur (abgebrochen: hier die Begründung)

China oder Indien oder Japan
*Salman Rushdie - Die bezaubernde Florentinerin

Deutschland
Thomas Mann - Buddenbrooks 

Frankreich
Chaderlos de Laclos - Gefährliche Liebschaften 

Griechenland
Heliodor - Aethiopika

Irland
Jonathan Swift - Gulliver’s Travels

Italien
Apuleius - Der goldene Esel

Österreich oder Schweiz
Joseph Roth - Radetzkymarsch

Ozeanien
*David Malouf - Imaginary Life

Polen oder Tschechien oder Ungarn
*Imre Kertész - Roman eines Schicksallosen

Russland
*Michail Bulgakow - Der Meister und Margarita

Skandinavien 
Halldór Laxness - Die Islandglocke

Spanien
Juan Ramón Jiménez - Platero und ich

Südamerika
*Mario Vargas Llosa - Tod in den Anden

UK
Anne Bronte - Die Herrin von Wildfell Hall

USA
Edgar Allan Poe - Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym

Samstag, 30. Oktober 2010

Ein kleiner Zuwachs für meinen SuB

Ich habe mir vor einer Weile ganz großartig vorgenommen, mir bis Weihnachten kein Buch mehr zu kaufen. Denn immerhin hab ich noch genug auf meinem SuB, Büchereien sind auch genug in der Nähe und meine Weihnachtswünsche bestehen eh mal wieder großteils aus Bücherwünschen.
Nun ja.
Ich und meine Vorsätze.

Heute Abend war ich bei einer Lesung im British Bookshop. Und da musste ich natürlich auch in den Büchern stöbern. Also jetzt mal ehrlich: Wer würde es da schon schaffen, ganz ohne Buch rauszukommen? Eben. ;-)

Da ich mir vorgenommen habe, wieder mehr auf Englisch zu lesen und außerdem bei der Klassiker-Challenge mitmachen möchte (die nächsten Tage kommt dann die vorläufige Leseliste), habe ich mir also Gulliver's Travels von Jonathan Swift gegönnt.
Sowas aber auch, jetzt werde ich wohl doch nicht in die Verlegenheit kommen, für Irland endlich mal "Ulysses" lesen zu müssen. *hüstel*

In der Bücherei war ich heute übrigens auch - um Bücher zurückzubringen (und zwar nur dafür!). Aber wer kann da schon reingehen und nur etwas zurückbringen, ohne auch wieder etwas auszuleihen? Ja, ihr seht schon, ich bin nicht allzu diszipliniert in dieser Hinsicht.
Gut, dass ich beim Schreiben mehr Selbstdisziplin aufweise, sonst bräuchte ich den NaNo gar nicht erst anfangen ....
Auf alle Fälle hab ich mir von dort Herr Mozart erwacht von Eva Baronsky mitgenommen (steht schon seit einer Weile auf meiner Liste) und außerdem Fabelheim von Brandon Mull als Hörbuch.

So wird das nie was mit meinem geplanten SuB-Abbau ...

Dienstag, 26. Oktober 2010

Barry Unsworth - Die Masken der Wahrheit


Genre: Historischer Roman
Seiten: 304
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3785708729
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen

Historien-Challenge (Spätmittelalter)



Im 14. Jh. landet der auf Abwege geratene Priester Nicholas bei einer Gruppe von Schauspielern und schließt sich ihnen an. Als sie in der nächsten Stadt bei ihrem Auftritt nur wenig Publikum haben, kommt der Leiter der Truppe auf eine unerhörte Idee: Anstatt der traditionellen Geschichten aus der Bibel möchte er etwas Neues spielen. Und so beschließen sie, einen Mord, der sich hier eben ereignet hat, nachzuspielen. Doch die Figuren und die Handlung entwickeln auf der Bühne ein gewisses Eigenleben und bald wird klar, dass die Schuldigen woanders zu suchen sind als zunächst angenommen. Aber damit bringen sich die Schauspieler in Schwierigkeiten ...

Unsworths Roman ist inhaltlich sehr interessant. Die Idee, auf diese Weise die Vorgänge rund um einen Mord aufzudecken, ist wirklich spannend und auch originell. Dazu kommt, dass es sich hier um einen historischen Roman handelt, bei dem die Personen einem ausnahmsweise nicht vorkommen wie moderne Menschen, die man ins Mittelalter gesteckt hat. Die Figuren wirken alle "authentisch" und sind einem in ihrer Denkweise manchmal auch dementsprechend fremd.
Da ich selbst in einem Theaterverein bin, hat mich natürlich auch das Setting fasziniert. Der Roman gibt interessante Einblicke in die damalige Theaterpraxis, die aus heutiger Sicht stellenweise skurril wirkt.

Gute Voraussetzungen also für einen sehr guten Roman, aber leider hat mich "Die Masken der Wahrheit" dennoch nicht begeistert. Zu Beginn wird man mit Infodump überschüttet: Als Nicholas zur Truppe stößt, werden alle Schauspieler ausführlich beschrieben, und zwar nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Lebensgeschichte und ihre Charaktereigenschaften - so weit Nicholas als Ich-Erzähler sie wahrnimmt.
Davon fühlte ich mich bald erschlagen, und anstatt dadurch die Figuren kennenzulernen, brachte ich sie vielmehr durcheinander und nahm alle nur als "die Gruppe" wahr. Als eigenständige Persönlichkeit trat für mich nur Martin, der Leiter, zutage - über alle anderen wüsste ich im Nachhinein nur wenig zu sagen.
Am ehesten ist mir noch im Gedächtnis geblieben, dass Margaret, eine Prostituierte, offensichtlich immer und ständig mit gespreizten Beinen dasitzt (darauf wird etwa viermal hingewiesen).

Dann das Schauspiel an sich: Die Beschreibung all der üblichen Gesten ist durchaus faszinierend, nahm für mich aber im Laufe der Zeit überhand. Als Film kann ich mir das gut vorstellen, aber solange man das nur liest, ist es sehr schwer sich vorzustellen, was genau jemand auf der Bühne gerade macht. Ich weiß nicht, ob es an der Art der Beschreibungen liegt oder an meinem mangelnden Vorstellungsvermögen, aber vor meinen Augen entstanden keinerlei Bilder.
Außerdem hat das Publikum auf die unerhörte Idee, den Mordfall nachzuspielen, äußerst gelassen reagiert. Bis auf die Tatsache, dass sie der Handlung mit mehr Aufmerksamkeit folgen, wirken sie sehr gleichgültig. Wenn man sich aber vor Augen hält, dass zu der Zeit sonst nur altbekannte Geschichten aus der Bibel gespielt wurden, wäre eigentlich ein Skandal zu erwarten und ein dementsprechender Aufruhr.

Der Mordfall an sich wird recht schnell aufgedeckt, man sollte also keinen Krimi mit verwickelten Ermittlungen erwarten. Ich fand die "Suche" nach dem Mörder zwar durchaus spannend, aber nicht allzu fesselnd.
Ich habe den Roman über einen eher langen Zeitraum gelesen und musste mich auch selbst immer motivieren, wieder weiterzulesen. Denn obwohl ich ihn durchaus nicht schlecht fand, war ich nicht allzu neugierig, wie es weitergeht. Das mag auch an dem rückblickenden Ich-Erzähler liegen, der zwischendurch schon sehr viel von der weiteren Handlung vorwegnimmt.

Unterm Strich ergibt das für mich einen sehr gut recherchierten historischen Roman mit ungewöhnlicher Thematik, der aber leider seltsam "leblos" bleibt und mich deshalb nicht zu fesseln vermochte.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Vorbereitungen für den NaNo

In einer Woche beginnt der NaNoWriMo und mein Plot ist immer noch löchrig. Es wird also wirklich Zeit, mich da mal ordentlich dranzusetzen.
Allerdings hab ich die letzten Tage aus persönlichen Gründen fast jede Lust am NaNo verloren, und gestern habe ich beschlossen, dass ich etwas tun muss, um mich selbst wieder zu inspirieren. Sich zum Plotten zu zwingen, wäre da wenig hilfreich gewesen, also habe ich stattdessen beschlossen, mir ein passendes Notizbüchlein zu basteln.
Die Idee kam mir durch diesen Blogeintrag, und da ich ohnehin ein Fan von hübschen Notizbüchern bin, dachte ich, dass das genau das richtige wäre.
Zunächst habe ich überlegt, mir auch selbst ein Büchlein zu binden, aber dazu war ich erstens dann doch zu faul und zweitens mag ich lieber das handliche A6-Format als A5 - ich hätte also auch erst noch das Papier zuschneiden müssen.
Allerdings hatte ich noch ein schlichtes Notizbuch in A6 zuhause und habe daher beschlossen, das passend aufzupeppen:

Zuerst habe ich ein passendes Coverbild im Internet gesucht (ich wollte eigentlich selbst etwas zeichnen, aber das wäre mir dann doch zu zeitintensiv geworden) und das im Grafikprogramm bearbeitet.
Auf mein Notizbuch habe ich dann hinten und vorn schwarzes Papier aufgeklebt und den Buchrücken mit einem kleinen Streifen Naturpapier (das sehr schön flexibel und weich ist) gestaltet. Dann habe ich das "Cover" ausgedruckt und ebenfalls aufgeklebt. Und das kam dabei heraus:

Wie ihr seht, habe ich außerdem noch ein Gummiband und ein Lesezeichen angebracht.
Das Gummiband ist ein zerschnittener Haargummi von mir, den ich auf der Rückseite oben und unten jeweils festgeklebt und dann zusätzlich mit einem darübergeklebten Papierstreifen befestigt habe:

Das Lesebändchen habe ich auf dem inneren hinteren Umschlag festgeklebt. Dort habe ich außerdem noch eine Falttasche reingebastelt - für den Fall, dass ich lose Notizen unterbringen möchte:

Und fertig ist mein individuelles Notizbuch, das mich auf den NaNo einstimmen soll. Mein "Plan" ist übrigens aufgegangen: Jedes Mal, wenn ich es ansehe, möchte ich sofort mit dem Schreiben loslegen. ;-)

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Suzanne Collins - Mockingjay


Genre: Dystopie
Seiten: 400
Verlag: Scholastic
ISBN: 978-0439023511
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen


Vorweg: Diese Rezension ist für alle, die "Catching Fire" bereits gelesen haben, spoilerfrei. Und falls jemand, der bisher nur den 1. Band gelesen hat, auch über diese Rezension stolpert, habe ich auf eine Inhaltsangabe ebenfalls verzichtet. ;-)

Ich habe, wie vielleicht aufgefallen ist, zum 2. Band "Catching Fire" keine Rezension verfasst, da es von meiner Seite nur eine frenetische Lobeshymne geworden wäre - und davon gibt es eh schon genug im Internet. Kurz: Ich fand ihn einfach großartig!

"Mockingjay" zu beurteilen fällt mir hingegen schwer. Teilweise fand ich das Weiterlesen nahezu schmerzhaft und ich kann nicht behaupten, dass das Lesen mir "Vergnügen" bereitet hätte. Aber ein Roman, der mich tagelang zum Nachdenken bringt, der mich zum Weinen bringt und der mich auch jetzt noch so sehr beschäftigt, hat doch offensichtlich sehr viele Emotionen in mir ausgelöst und mich tief hineingezogen. Daher bekommt der 3. Band von mir 4 Sterne.

Warum hat er mich nicht so sehr begeistert wie die ersten beiden Bände? Zum Einen muss ich zugeben, dass Katniss mich hier einige Male sehr genervt hat. Ich mag keine perfekten Figuren und finde es gut, dass sie ihre Fehler hat und sich auch immer ihrem Charakter entsprechend verhält. Wenn man aber stellenweise ausgerechnet die Ich-Erzählerin egoistisch und uneinsichtig findet, trübt das doch ein klein wenig das Lesevergnügen.

Zum Anderen fand ich den Roman teilweise so drückend und frustrierend, dass ich kaum noch gewagt habe weiterzulesen, aus Angst vor dem, was wohl noch kommen wird. Einerseits entspricht das natürlich durchaus dem Inhalt – Krieg, Rebellion und der Kampf gegen Unterdrückung werden kein allzu fröhliches Buch hervorbringen. Und ich fand es auch super, dass keine Schwarz-Weiß-Zeichnung stattfindet: Auch die Methoden der Rebellen sind sehr fragwürdig, und umgekehrt sind nicht alle zwangsläufig böse, nur weil sie aus dem Capitol kommen.
Dennoch ist es mir manchmal einfach zuviel geworden. Ich nenne keine Namen, aber ich fand es wirklich schlimm, dass so viele wichtige Figuren gestorben sind.

Trotzdem ist der Roman auf keinen Fall schlecht. Er ist sehr kritisch, regt zum Nachdenken an und formuliert klare Botschaften ohne mit der Moralkeule zuzuschlagen.
Die Charaktere sind interessant und gut durchdacht, und es gibt sehr viele spannende Szenen. Und es gibt außerdem die eine oder andere etwas unerwartete Wendung.
Das Ende an sich fand ich zwar traurig, aber dennoch gut gelungen. Und es ist mir sehr schwer gefallen, von Panem und all den Figuren Abschied zu nehmen. Ich habe "Mockingjay" vor zwei Tagen ausgelesen, und seither zieht mich kein anderes Buch so recht. Viel lieber würde ich wieder in Katniss und ihre Welt eintauchen.

Für die Trilogie insgesamt gibt es von mir also klar 5 Sterne!


Und jetzt gibt es doch noch einen SPOILER, also bitte nicht weiterlesen, wenn ihr den 3. Band noch nicht gelesen habt:


Ich habe schon bald befürchtet, dass Peeta im Capitol gewissermaßen „umprogrammiert“ wird. Es kam für mich also nicht überraschend, aber dennoch war es hart zu lesen. Einerseits das veränderte Verhalten von Peeta, andererseits aber auch die Art, wie Katniss damit umgeht. Das war nämlich der Punkt, wo ich mich am meisten über sie geärgert habe. Ich fand sie teilweise sehr ungerecht und egoistisch. Die meiste Zeit denkt sie nur darüber nach, was Peetas Gefangenschaft und seine Veränderung für sie bedeutet, aber nicht, was das eigentlich für ihn bedeutet.
Und letztendlich hätte ich mir gewünscht, dass sie zum Ende hin eine größere Entwicklung durchmacht und in dieser ganzen seltsamen Liebesgeschichte einmal die aktive Rolle einnimmt. Denn selbst für ihr Eingestehen, dass sie ihn liebt, war erst wieder einmal der Anstoß von Peeta notwendig. Und das fand ich sehr schade. 

Dienstag, 19. Oktober 2010

SuB - Aktueller Stand

Hier halte ich meinen aktuellen SuB-Stand fest - wenn ich etwas lese bzw. gelesen habe, verschwindet es von der Liste.
Mit dabei nun auch das Datum, seit wann das Buch auf meinem SuB liegt - einfach, um selbst einen kleinen Überblick darüber zu haben. 

  • Joan Aiken - The Wolves of Willoughby Chase (seit August 2017) 
  • Louisa May Alcott - Little Women (seit August 2017) 
  • Per J. Andersen - Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr um dort seine große Liebe wiederzufinden (seit Januar 2016)
  • Isabelle Autissier - Herz auf Eis (seit Dezember 2016)
  • Marie Brennan - Within the Sanctuary of Wings (seit Juni 2017)
  • Victoria Hislop - Cartes Postales from Greece (seit August 2017) 
  • Susanne Kearsley - The Shadowy Horses (seit August 2017) 
  • Beate Maly - Tod am Semmering (seit Dezember 2016)
  • Mirjam Mous - Boy 7 (seit September 2017)
  • Christoph Ransmayr - Cox oder Der Lauf der Zeit (seit Januar 2017)
  • Sharon Shinn - Mystic and Rider (seit August 2017) 
  • Nevil Shute - A Town Like Alice (seit August 2017) 
  • Markus Walther - Buchland (seit Oktober 2017)
  • Jakob Wegelius - Sally Jones. Mord ohne Leiche (seit Oktober 2016)
  • Carlos Ruiz Zafón - Das Labyrinth der Lichter (seit Juni 2017)

Ausgeliehen
  • Leonard F. Guttridge - Die Geister von Kap Sabine (seit Oktober 2017)
  • Frank Jacobs - Seltsame Karten (seit Oktober 2017)
  • Ruth Ozeki - Geschichte für einen Augenblick (seit Oktober 2017)


Stand am 14. 10. 2017: 18 Bücher

[24h-read-a-thon] Die Preise sind fertig

Als allerletzten Beitrag zum read-a-thon vom 4. September zeig ich euch hier nun die Lesezeichen, die ich geknüpft habe. Es haben sich nicht besonders viele gemeldet (was wohl daran liegt, dass hier nicht allzu viele mitlesen), aber dafür konnte ich die Lesezeichen dann für drei sehr treue Mitleser hier knüpfen, was mich wiederum gefreut hat.

Das hier ist für Stefanie von Daydreaming and Dreaming:







Dieses ist für Manu von Wenn Bücher lesezeichnen:







Und das hier ist - wohl unverkennbar - für mirjam von der literatur-revue74:

Freitag, 15. Oktober 2010

"Mockingjay" - ein Zwischenbericht

Nur mal ein kleiner "Was ich gerade so lese"-Beitrag:

Nachdem ich die letzten Tage "Catching Fire" von Suzanne Collins verschlungen habe, hab ich dann auch gleich mit "Mockingjay" angefangen.
Aber ich bin schon alleine vom Beginn ziemlich fertig. Der 2. Band war grandios, aber die Tatsache, dass sich die Situation in den Distrikten immer mehr verschlimmert und allmählich ein richtig grausamer Krieg entsteht, hat mich ziemlich mitgenommen. Dazu muss ich sagen, dass ich zwar eher schwache Nerven beim Lesen habe, aber dennoch auf keinen Fall nur rosarote Stimmung möchte. ;-) So habe ich ja auch Martins "Lied von Eis und Feuer" mit Begeisterung gelesen. Und ich bin auch kein Fan von "Alles ist gut"-Happyends.
Aber von den Zuständen in Panem fühle ich mich momentan echt überfordert. Ich würde nun gern von irgendwem hören "Am Ende ist alles gut", aber ich weiß selbst schon, dass das nicht der Fall sein kann. Das ist ein Krieg, wo es auf beiden Seiten nur Verlierer geben kann - zumal die bisherigen Verluste schon schlimm genug sind.
Puh. Was will ich mit diesem Beitrag überhaupt sagen? Dass ich merke, wie sehr mich so aktuelle Themen wie Unterdrückung, Aufstand und Rache mitnehmen. Dass ich nahezu Angst habe weiterzulesen.
Was bisher toll war - die Ich-Perspektive und die Tatsache, dass man auf diese Weise mit Katniss mittendrin ist -, finde ich jetzt fast problematisch. Man ist immer bei Katniss dran, man ist immer direkt dabei und es gibt dadurch auch keine "Verschnaufpause" durch andere Perspektiven.

Natürlich werde ich auch den 3. Band lesen - klar, dass ich wissen möchte, wie das alles endet! Aber ich habe ein richtig unbehagliches Gefühl bei der Sache ... :-(

Montag, 11. Oktober 2010

Suzanne Collins - The Hunger Games


Genre: Dystopie
Seiten: 384
Verlag: Scholastic
ISBN: 978-0439023481
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen


An dieses Buch bin ich mit mehr als nur ein wenig Skepsis herangetreten. 24 Jugendliche, die sich in einer postapokalyptischen Welt auf Leben und Tod bekämpfen müssen? Kann das denn anders sein als unnötig brutal und reißerisch? Es kann!

Suzanne Collins entwirft hier das erschreckende Szenario eines Nordamerika, in dem das übermächtige Capitol über eine Reihe von Distrikten herrscht. Katniss, die Ich-Erzählerin, stammt aus dem 12. Distrikt und weiß, was Hunger und Entbehrungen bedeuten. In krassem Gegensatz dazu steht das Capitol mit weitentwickelter Technologie, Wohlstand und "Spielemachern", die Reality-Shows auf die Spitze treiben: Zur Belustigung der Bewohner des Capitols und um die Bewohner der Distrikte an das blutige Ende ihrer Rebellion zu erinnern, werden jährlich aus jedem Distrikt jeweils ein Junge und ein Mädchen ausgewählt, um bei den "Hunger Games" gegeneinander zu kämpfen - bis nur noch eine(r) von ihnen übrigbleibt.
In diesem Jahr ist die 16jährige Katniss unter diesen Jugendlichen, und fortan muss sie nicht nur um ihr Leben kämpfen, sondern auch damit, dass auch Peeta, der Junge aus ihrem Distrikt, nun ihr Rivale ist - aber Katniss hat nie vergessen, dass er ihr vor Jahren das Leben gerettet hat.

Es ist unmöglich, den Inhalt dieses Romans in ein paar Sätzen so zu beschreiben, dass er weder total dämlich klingt noch dass man zuviel verrät. Ich kann nur sagen, dass diese wenigen Sätze es nicht vermögen, die Handlung angemessen zu beschreiben.
"The Hunger Games" ist viel mehr als ein sinnloses Gemetzel, wie man vielleicht befürchten könnte. Es ist ein sehr kritisches Buch, das zeigt, wie weit das Reality-Fernsehen gehen kann. Und man stellt sich beim Lesen die erschreckende Frage: "Wie weit sind wir noch davon entfernt?" Aber in diesem Roman zeigt sich nicht nur Medienkritik, sondern auch ein klaffender Gegensatz von Arm und Reich - und das ist ein Punkt, an dem wir längst angekommen sind. Dadurch ist der Roman trotz seiner Ansiedlung in einer fernen Zukunft nicht weit von unserer jetzigen Gesellschaft entfernt.

Aber diese großen gesellschaftlichen Themen alleine würden noch kein gutes Buch machen. Es sind der packende Schreibstil von Collins und die Figur der Katniss, die den Roman so großartig machen. Katniss ist nicht perfekt, kein liebes hilfloses Mädchen, das in eine böse Umgebung gestoßen wird. Sie ist durchaus berechnend und tut, was nötig ist um zu überleben. Dass sie dennoch im Zuge der grausamen Spiele nicht verroht und ungemein sympathisch bleibt, ist eine gefährliche Gratwanderung, die die Autorin meisterhaft bewältigt.
Schließlich ist auch die Liebesgeschichte, falls man sie überhaupt als solche bezeichnen kann, sehr  interessant. Peeta ist zunächst doch sehr undurchschaubar, und als man dann allmählich dahinterkommt, was nun Strategie ist und was echte Gefühle, da ist es wiederum Katniss, die vor lauter strategischem Denken das Offensichtliche nicht mehr erkennen kann.

Abschließend noch eine kleine Anekdote: Ich habe dieses Buch am Samstag während meines Dienstes gelesen. Rundherum Kollegen, Musik und laute Stimmen von der Bühne (man hört von meiner Position aus das gesamte Stück) - das sind nicht unbedingt die besten Zutaten, um ganz in ein Buch eintauchen zu können. Dennoch ist es mir mit den "Hunger Games" gelungen und mehr noch: Es gab eine Stelle, bei der ich kaum noch die Tränen zurückhalten konnte. Und obwohl ich durchaus mal die eine oder andere Träne bei Büchern vergieße, bin ich nicht allzu nahe am Wasser gebaut. Außerdem passiert mir sowas üblicherweise nur, wenn ich alleine bin.
Aber der Roman hat mich so sehr in seinen Bann gezogen, dass ich meine Umgebung komplett ausgeblendet habe. Und ich musste noch ziemlich lang gegen meine Tränen ankämpfen.

Und daher bleibt mir nur eine begeisterte Empfehlung für diesen Roman. Er bietet interessante Figuren (auch neben Katniss und Peeta), eine mitreißende Handlung, kritische Fragen und einiges zum Nachdenken.
Obwohl er in sich abgeschlossen ist, wird man danach gern wissen wollen, wie es mit Katniss weitergeht - und so habe ich auch gleich mit "Catching Fire", dem Folgeband, begonnen. :-)

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Viel Lesezeit

Ab jetzt arbeite ich neben meiner Dissertations-Schreiberei wieder im Theater-Publikumsdienst, wie auch schon die letzten Jahre. Eigentlich hätte ich mir über den Sommer was anderes suchen wollen, aber ich hatte keinen Erfolg.
Ich denke aber, dass es wieder ganz nett wird (ich bin jetzt in einem anderen Theater) und ich hab einen Fixposten in der Garderobe, was bedeutet, dass ich wohl ab jetzt wieder recht viel Zeit zum Lesen finden werde. Denn nach dem großen Ansturm hat man dann eigentlich Ruhe, während die Vorstellung läuft.
So gesehen könnte ich mich eigentlich auch noch an die Klassiker-Challenge wagen ...

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Der NaNo rückt näher

Heute ist nicht nur der Beginn der Jahres-Challenge "Der Geschichte auf der Spur", sondern es rückt auch allmählich der NaNo näher.
Ich bin etwas weiter als im letzten Jahr, denn immerhin weiß ich schon, was ich schreiben möchte, und allzu viel Plot gibt es zwar noch nicht, aber es wird ... Am Hintergrund habe ich heute ausführlich mit einer Freundin gebastelt und habe von ihr sehr viele interessante Anregungen bekommen.
Nun weiß ich also, wer der Pakt mit dem Wilden Jäger geschlossen hat, und ich habe jetzt auch eine Ahnung, was überhaupt die Ziele des Jägers sind. Auch der Anfang steht schon deutlich in meinem Kopf, aber der weitere Handlungsverlauf ist noch recht vage. Aber noch ist ja genügend Zeit zum Plotten.
Was ich mir bald mal überlegen sollte, das wäre der Arbeitstitel - auch, um ihn in meinem Profil auf der NaNo-Seite eintragen zu können.

Auf alle Fälle aber merke ich: Das NaNo-Fieber beginnt mich zu erfassen. Bisher kam mir der November noch sehr weit entfernt vor, und auch über meinen Roman wusste ich erst so wenig, dass ich all das noch von mir weggeschoben habe.
Jetzt aber beginne ich mich schon auf den 1. November zu freuen.

Stellt euch also mal drauf ein, dass ich zwar jetzt im Oktober hier noch eifrig über Bücher plaudern werde, aber im November wird es dann wohl wirklich in erster Linie mal ums Schreiben gehen. Denn dann beginnt der jährliche Wörterwahnsinn! *g*

Sonntag, 3. Oktober 2010

Gesa Schwartz - Grim: Das Siegel des Feuers



Genre: Phantastik/Urban Fantasy
Seiten: 688
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 9783802583032
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen




"Sie fürchten und beschützen uns seit uralter Zeit. Sie sind der kalte Hauch, der in einer warmen Sommernacht deine Wange streift, wenn du schläfst, und sie sind der schwache Duft von Dunkelheit im Morgengrauen. Sie sind die gefallenen Engel unserer Zeit, sie sind – die Gargoyles.“

Der Gargoyle Grim wahrt das steinerne Gesetz, nach dem niemals ein Mensch von der Existenz seines Volkes erfahren darf. Doch dann wird dieses Gesetz aufgrund eines rätselhaften Pergaments gebrochen. Gemeinsam mit der jungen Sterblichen Mia, einer Seherin des Möglichen, will Grim das Geheimnis des Pergaments ergründen. Sie ahnen nicht, dass sie einem Rätsel auf der Spur sind, welches das Schicksal der ganzen Welt bedroht …


Soweit der Klappentext. Das klingt interessant, und zusammen mit einer begeisterten Kritik einer Freundin hat das dazu geführt, dass ich mit sehr hohen Erwartungen an den Roman herangetreten bin.
Der Roman beginnt auch durchaus sehr vielversprechend und hebt sich wohltuend von so manchem Twilight-Abklatsch ab, wo Handlung ein Fremdwort ist und die Liebesgeschichte einsam im Mittelpunkt steht. Eine Liebesgeschichte gibt es hier auch, aber sie nimmt nicht sehr viel Raum ein und wird nicht allzu breit ausgewalzt. Stattdessen konzentriert sich die Handlung auf die Konflikte zwischen Gargoyles, Menschen und Hybriden und die finsteren Pläne des rätselhaften Seraphin.
Das wäre soweit alles sehr spannend, aber dennoch konnte mich die Handlung nicht ganz fesseln, da ich nur selten mit den Figuren mitfieberte. Grim ist zwar als Charakter sehr interessant, aber über weite Teile des Romans wirkt er beinahe unbesiegbar, weshalb ich mir um ihn auch in brenzligen Situationen nur wenig Sorgen machte. Mia hingegen hat einen starken Einstieg, verblasst aber dann im Laufe des Romans seltsamerweise. Ich kann es nur schwer in Worte fassen, aber als sich die Ereignisse überstürzen, bleibt sie plötzlich auf der Strecke und scheint nur noch von der Handlung an sich angetrieben zu werden, nicht aber aus sich selbst heraus.

Was den phantastischen Hintergrund betrifft, so stecken ohne Frage großartige Ideen drinnen, aber manchmal waren es mir fast zu viele Ideen. Vieles fügt sich nicht wirklich ineinander, wirkt eher wie eine wilder Mischmasch aus allem, was Mythologie, Sagengestalten und Magie zu bieten haben. Gerade die nordische Götterwelt, die dann auch noch Einzug findet, scheint so gar nicht zur restlichen Welt der Gargoyes zu passen.  
 Außerdem hatte ich mehrmals ganz stark ein Gefühl von Deus ex machina, wenn eine ganz neue Gestalt gerade dann wie aus dem Nichts auftauchte, wenn sie gerade gebraucht wurde - oder eine Form der Magie, die in dem Moment gerade praktisch war.
Dazu kommt, dass der Humor in diesem Roman nicht so ganz mein Fall war. Ab und zu gab es wirklich lustige Momente, aber oft kam es mir ein bisschen wie mit der Brechstange vor. Manches wirkt nicht mehr witzig, sondern einfach nur noch lächerlich und wie in einer schlechten Hollywood-Komödie. Nicht einmal der lustige, aber überflüssige Sidekick durfte fehlen (in diesem Fall der Kobold Remis).

Es tut mir richtig weh, dass ich nichts Positiveres schreiben kann. Der Roman zeigt großartige Ansätze und scheint grundsätzlich auch sehr gut bei den Lesern anzukommen, aber mich hat er nicht überzeugt. Er kommt dem, was ich mir unter spannender Phantastik vorstelle zwar durchaus nahe, scheitert aber dann doch an gewissen Punkten.
Sollte es eine Fortsetzung geben, wie ich gerüchteweise gehört habe, werde ich sie wohl dennoch lesen - diesmal aber mit deutlich niedrigeren Erwartungen.

Samstag, 2. Oktober 2010

Mein kleiner Lesemarathon

9:00
So, los gehts. Ich werde wie beim read-a-thon immer wieder bei diesem Beitrag Updates anfügen, aber nicht stündlich, sondern einfach dann, wenns grad passt.
Draußen ist es kalt und trüb, das richtige Wetter also, um sich mit einer kuschligen Decke, Tee und einem Buch aufs Sofa zu verziehen. :-)
Meine kleine (unverbindliche) Leseliste sieht folgendermaßen aus:
- Paul Auster, Nacht des Orakels (die ersten 10 Seiten hab ich schon gestern Abend im Bett gelesen)
- Vicki Baum, Menschen im Hotel (als Hörbuch; ich muss es nämlich bald in die Bücherei zurückbringen, und außerdem kann ich da nebenbei gut an gewissen Lesezeichen weiterknüpfen ;-))
- Suzanne Collins, The Hunger Games (wobei ich schon länger nichts Englisches mehr gelesen habe, also mal sehen, ob ich gut reinkomme)

11:15
Besonders viel habe ich noch nicht geschafft. Ich musste noch Geld überweisen, Wäsche waschen, hab lang mit meiner Mutter am Telefon geplaudert und hatte noch weitere Kleinigkeiten zu erledigen.
60 Seiten bei "Nacht des Orakels" ist also meine klägliche Ausbeute bisher. Aber egal, das soll ja heute nicht in Stress ausarten.
Immerhin hab ich nun das meiste, was heute so anstand, erledigt und sollte von jetzt an mehr Ruhe finden. :-)

13:30
Kochen und essen haben mich nun wieder vom Lesen abgehalten, aber ich hab diesmal halt nicht so vorausschauend eingekauft wie beim read-a-thon und musste daher ein Weilchen Gemüse schnippeln. ;-)
Jetzt sitz ich wieder bei "Nacht des Orakels". Ein sehr faszinierender Roman mit einer verschachtelten Handlung, aber ich glaube fast, dass ich mal für was anderes unterbrechen muss. Es gibt Bücher, die kann ich nicht in einem Rutsch lesen, die muss ich dazwischen auf mich einwirken lassen, und das ist so ein Buch. Auf alle Fälle dürfte das beim Flohmarkt ein echter Glücksgriff gewesen sein.

15:30
Bei mir geht mal wieder alles durcheinander wie Kraut und Rüben. Bei "Nacht des Orakels" stehe ich bei Seite 120, "The Hunger Games" hab ich grad begonnen, und dazwischen hab ich auch noch etwa 90 Minuten lang "Menschen im Hotel" gelauscht.
Also typisch ich. Allerdings möchte ich jetzt doch erst mal eine Weile an einem Buch dranbleiben, und vorerst werden das wohl die "Hunger Games" sein.
Allerdings rattert nebenbei auch noch mein Schreibhirn wie wild - ich hab so einige Ideen für meinen NaNo-Roman und werde heute bestimmt auch noch ein wenig plotten. :-)

18:25
"The Hunger Games" gefällt mir bisher sehr gut - ich mag die Protagonistin, und ich finde die Art und Weise, wie Suzanne Collins den Hintergrund einbringt, sehr gelungen. Außerdem habe ich noch eine weitere Stunde "Menschen im Hotel" gehört und dazu eifrig geknüpft.
Jetzt werde ich mich wieder "Nacht des Orakels" zuwenden. Mal sehen, wie lange ich heute noch weiterlese. Ich würde ja schon ganz gern ein Buch zu Ende bringen - und wenns nur ein Hörbuch ist.

21:30
Nun hab ich überall ein bisschen was geschafft, bin aber mit nichts fertig geworden. Fast 4 Stunden "Menschen im Hotel", etwas über 200 Seiten "Nacht des Orakels" und 60 Seiten "The Hunger Games".  Eine recht klägliche Ausbeute, aber "Nacht des Orakels" liest sich halt nicht ganz so flugs und an die 4 Stunden an einem Hörbuch ist doch eine geraume Zeit. Dazwischen hab ich außerdem einiges an Recherche für meinen NaNo-Roman gelesen.
Ich werde wohl noch ein bisschen weiterlesen, ein bisschen weiterhören und noch ein bisschen plotten. Mal sehen, ob ich doch noch irgendetwas zu Ende bringe heute.
Allen, die auch gerade lesen, wünsche ich weiterhin viel Spaß! :-)

23:00
So, hier meine Bilanz:
- Paul Auster, Nacht des Orakels: 286 Seiten (ausgelesen - leider wars zum Schluss hin nicht mehr so toll wie am Anfang)
- Suzanne Collins, The Hunger Games: 61 Seiten (tja, sehr weit bin ich da noch nicht gekommen)
- Vicki Baum, Menschen im Hotel (Hörbuch): 3h 40min
- ein Lesezeichen fertig und eins kurz vor der Vollendung *g*
- eine neue Plotidee, die mir gut gefällt ;-)