Freitag, 23. September 2016

Es ist geschafft!

Wir hatten heute die Präsentationen unserer Abschlussprojekte und damit ist es nun geschafft, ich habe den Lehrgang "Library and Information Studies" abgeschlossen.
Es ist gerade noch ein wenig surreal. Die letzten Monate waren sehr intensiv und vor allem die Arbeit am Projekt neben dem neuen Job war ziemlich stressig. Jetzt bin ich gleichzeitig überdreht und fix und fertig und muss erst mal ein wenig runterkommen.

Wenn ich etwa zwei Jahre zurückdenke, dann war ich damals in einer Situation, in der ich mit der Wohnsituation unzufrieden war, mich mit der Doktorarbeit komplett an die Wand gefahren hatte und auch beruflich nicht wirklich eine Perspektive gesehen habe.
Dann bin ich zuerst in meine neue, schnuckelige Wohnung mit Balkon gezogen, habe dann erst einmal einen Schlussstrich unter die Doktorarbeit gezogen, vor einem Jahr schließlich den Lehrgang begonnen, dieses Jahr noch vor dem Abschluss eine tolle Arbeitsstelle gefunden und nun schließlich auch den Lehrgang beendet. Das ist alles schon ein wenig überwältigend.

Nun wartet erst einmal ein Wochenende ganz ohne Verpflichtungen und ohne das Projekt im Hinterkopf auf mich. Und nächste Woche wird dann bereits wieder spannend, da es mich dienstlich an den schönen Wolfgangsee verschlägt, wo wir einen Fortbildungskurs für Bibliothekarinnen und Bibliothekare zum Thema Frankfurter Buchmesse organisieren. Ein bisschen sonniges Wetter wäre also eine äußerst nette Sache, um vielleicht in den Mittagspausen noch ein wenig die Landschaft genießen zu können.

Ach ja, falls sich jemand für das Abschlussprojekt interessiert, an dem ich mit zwei KollegInnen gearbeitet habe, könnt ihr euch hier unsere Projektwebseite ansehen: Politik im Plakat - Die Sammlung Rehse im DÖW
Ich glaube aber, dass das für Außenstehende nicht so rasend spannend ist, zumal ein großer Teil der Seite einfach unsere Projektdurchführung beschreibt.

Und jetzt werde ich mich wohl einfach mal gepflegt aufs Sofa lümmeln und ein paar Folgen "Gilmore Girls" gucken. ;-)

Montag, 19. September 2016

Bücherregal-Tour - Neuauflage

Vor knapp zwei Jahren habe ich mit euch bereits einmal eine Tour durch meine Bücherregale unternommen, aber seither hat sich einiges geändert: Schon vor einigen Monaten habe ich mir einen gebrauchten Billy gekauft, um Platz für die Bücher zu haben, die noch bei meiner Familie sind (nicht alle, aber zumindest die, die ich wirklich dauerhaft behalten möchte). Und vorige Woche hat mir endlich mein Schwager die Bücher gebracht, als er dienstlich in Wien war.
 
Da ich bei meiner Familie alle möglichen Bücher - von Kinderbüchern über Krimis bis hin zu Sachbüchern - hatte, wollte ich sie natürlich passend zu meiner bisherigen Genre-Aufteilung sortieren und nicht einfach alle zusammen in das neue Bücherregal stellen. Ich habe also einige Abende lang eifrig hin- und hergeräumt, umsortiert, verschiedene Aufstellungen ausprobiert und bin schließlich für mich zu einem akzeptablen (wenn auch nicht idealen) Ergebnis gekommen.

Zunächst einmal sind schon vor einer Weile aus meinem kleinen Billy die DVDs ausgezogen und haben ihr neues Zuhause auf zwei Wandregalen im Schlafzimmer gefunden, die ich im Mai im Zuge von BücherFähes Motivationswochenende montiert habe.


Im kleinen sowie im neuen, großen Billy (ebenfalls im Schlafzimmer) stehen dafür nun meine Sachbücher und die Fachlektüre, die ich noch vom Studium behalten habe:


Und zuletzt habe ich im Schlafzimmer auch noch meine Kinder- und Jugendbücher in meinem ehemaligen Raumteiler (der hier in der Wohnung keiner mehr ist):


Wie ihr seht, ist da noch etwas Spielraum, aber ich habe auch nicht alle meine Kinderbücher von meiner Familie mitgenommen. So sind meine beiden liebsten Pferdeserien - "Britta" und "Sofie" - nun bei mir in Wien eingezogen, während "Bille und Zottel" neben diversen Enid Blyten-Serien noch bei meiner Familie weilt. Ich war mir einfach nicht sicher, ob ich sie alle bei mir unterbringen würde und bin zudem noch unschlüssig, ob ich sie wirklich unbedingt in Wien haben muss. Notfalls könnte ich die Bücher aber auch zweireihig stellen und somit noch locker alle unterbringen.

Im Wohnzimmer hat sich zunächst mal an meinem Reclam-Regal nichts geändert außer der Dekoration:


Eine ganze Ladung von "neuen" (im Sinne von neu bei mir in Wien gelandeten) Büchern ist dafür in meinem Regal der allgemeinen Belletristik und der Klassiker gelandet:


Es beruhigt mich aber ziemlich, dass noch immer genug Lücken geblieben sind, um etwaige Neuzugänge aufzunehmen.

Und zuletzt habe ich noch mein Regal der "Genreliteratur". Hier befinden sich phantastische Bücher, historische Romane und Krimis (letztere sind nicht allzu zahlreich vertreten, da ich sie üblicherweise aus der Bibliothek ausleihe). Und ein Regalbrett musste noch für Erfahrungsberichte und "romanhafte" Sachbücher herhalten. Diese hätte ich lieber im Schlafzimmer in den Sach- und Fachbuchregalen, aber dort hatte ich leider nicht genug Platz, weshalb ich für mich diesen Kompromiss gefunden habe.


Das wars nun soweit mit meinen Bücherregalen (bis auf mein kleines SuB-Regal, aber das ist wirklich nicht allzu spektakulär). Falls ihr von irgendeinem davon genauer sehen möchtet, welche Bücher sich alle dort tummeln, könnt ihr gern noch in den Kommentaren Bescheid geben.

Sonntag, 18. September 2016

J. K. Rowling - Harry Potter and the Chamber of Secrets (Reread)


erschienen bei Pottermore
auch als Download bei Audible erhältlich

ungekürztes Hörbuch (10 h 8 min)
gelesen von Stephen Fry



Harrys zweites Jahr in Hogwarts hat einen holprigen Start: Nachdem bereits sein Sommer und sein Geburtstag alles andere als angenehm waren, haben Ron und er noch dazu Schwierigkeiten, den Hogwarts-Express zu erreichen. Und auch in der Schule angekommen, läuft vieles nicht so, wie es sollte. Harry vernimmt ein seltsames Flüstern in den Korridoren, das außer ihm niemand hören kann und bald wird überall von einer geheimen Kammer gemunkelt. Als dann auch noch Schüler von einer unbekannten Kreatur attackiert werden, scheint es in Hogwarts nicht länger sicher zu sein.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich den zweiten Band als sehr unheimlich empfunden habe, als ich ihn zum ersten Mal gelesen habe. Die Stimme, die nur Harry hören kann, habe ich damals sehr gruselig gefunden und auch sonst liegt über dem Buch eine eher bedrohliche Atmosphäre. Nun, da ich genau wusste, was hinter allem steckt, fand ich das Buch nicht mehr gruselig, aber diese bedrohliche Atmosphäre hat mir auch dieses Mal wieder sehr gut gefallen, umso mehr, da hier ein Plotelement zum Tragen kommt, für das ich schon immer eine Schwäche hatte: unerklärliche Ereignisse in der Vergangenheit, von denen niemand mehr sprechen will und die sich nun in der Gegenwart zu wiederholen scheinen.

Überhaupt war ich überrascht, wie gut mir beim Reread der zweite Band gefallen hat. Obwohl ich als Jugendliche die ersten Bände alle im Schnelldurchgang verschlungen habe, war mir "Harry Potter and the Chamber of Secrets" eher in Erinnerung als ein Band, der deutlich hinter dem ersten und dem dritten zurücksteht. Dieses Mal habe ich ihn aber fast besser gefunden als das erste Buch. Nun, da man die Zauberwelt bereits kennt, muss nicht mehr so viel Zeit mit Erklärungen aufgewendet werden und es bleibt mehr Raum für einen ausgefeilteren Plot.
Es gibt in diesem Band eine ganze Reihe von kleinen Details, besonders in Bezug auf Ginny, die man beim ersten Mal nicht wirklich wahrnimmt, die einem aber doch bei einem Reread auffallen. In diesem Punkt hat der Roman beinahe etwas von einem Krimi: Man übersieht beim ersten Mal viele Hinweise, die aber bei der Auflösung durch zu einem Aha-Erlebnis führen - und bei einem weiteren Lesen macht es Spaß, all diese Hinweise bewusst zu erkennen.

In diesem Buch werden auch die Figuren etwas besser ausgeformt und man lernt neben dem zentralen Trio Harry, Ron und Hermione auch die Nebenfiguren besser kennen. Der Hochstapler Gilderoy Lockhart bringt zudem sehr viel Komik mit in die Handlung, auch wenn er für mich ein weiteres Indiz dafür ist, dass Dumbledore zwar ein brillianter Magier und ein großartiger Mensch sein mag, als Schulleiter aber gänzlich ungeeignet ist. Nicht nur ist es ihm völlig egal, dass Snape jahrelang Schüler systematisch mobbt und heruntermacht und keinerlei Interesse hat, ihnen tatsächlich Wissen zu vermitteln, er stellt auch Lockhart allein mit der Intention ein, ihn als Hochstapler entlarven zu können. Dass in der Folge davon sämtliche Schüler ein Jahr lang in einem nicht gerade unwichtigen Fach wie Defence Against the Dark Arts einfach gar nichts lernen, nimmt er dafür ohne weiteres hin.
Es sind solche Kleinigkeiten, die mich - neben all den logischen Problemen rund um die Aufteilung der Häuser - an Hogwarts doch ein wenig nerven. Und in den folgenden Bänden ergeben sich noch eine Reihe von weiteren Fragen rund um das Schulsystem, die mich ein wenig daran zweifeln lassen, wie gut Rowling diese Aspekte durchdacht hat.

Das ändert aber nichts daran, dass ich auch in diesem Band wieder großen Spaß dabei hatte, in die Zauberwelt einzutauchen. Dazu kommt noch ein spannender Mystery-Plot und sehr gut gelungene Ausflüge in die Vergangenheit von Hogwarts und gleichzeitig auch von Voldemort. Mit dem Tagebuch von Tom Riddle wird hier außerdem ein wesentlicher Gegenstand eingeführt, auch wenn das zu diesem Zeitpunkt noch niemandem im ganzen Ausmaß bewusst ist.

"Harry Potter and the Chamber of Secrets" ist gewissermaßen ein Bindeglied zwischen dem noch sehr kindlich-märchenhaft gehaltenen ersten Band und dem deutlich erwachseneren und düsteren dritten Band. Und ich finde, dass dieser Übergang hier wirklich hervorragend funktioniert.

Sonntag, 11. September 2016

Buchstabengeplauder #63

Sehr viel Geplauder gibt es heute nicht, sondern einen Eindruck in Fotos von meinen letzten beiden Wochenenden. Vor einer Woche war ich mit einer Freundin für eineinhalb Tage weg - wir haben keine lange Reise unternommen, sondern waren einfach in der weiteren Umgebung von Wien und es war großartig.

Am Schneeberg:


Mayerling:

Allander Tropfsteinhöhle (bei der wir eine Führung nur zu zweit hatten, was sehr cool war):

Stift Heiligenkreuz:

Dieses Wochenende war ich bei meiner Familie, weil meine Nichte gestern Geburtstag hatte und bevor ich heute wieder zurückgefahren bin, stand mit meiner Mutter der traditionelle alljährliche Ausflug zum Linzer Höhenrausch auf dem Programm. Dieses Jahr ging es um Engel und ich kann nur allen, die es bis Mitte Oktober noch in die Gegend verschlägt, sehr empfehlen, sich den Höhenrausch anzusehen. Dieses Jahr haben sie den Weg über die Dächer noch deutlich erweitert, es gibt einen großartigen "Klanggarten", man sieht auch mal die schöne Ursulinenkirche von innen und es gibt sogar einen Flying Fox zwischen den Dächern (der mir allerdings zu teuer war).

Hier ein paar Eindrücke:

Und zu guter Letzt hier noch ein paar Bilder aus dem Garten mit Kürbissen, Trauben, Wassermelone und vielerlei anderen Pflanzen:

Ein Hokkaidokürbis und Hauswurz-Ableger durften mich dann schließlich zurück nach Wien begleiten:

Montag, 5. September 2016

Nunu Kaller - Ich kauf nix!


erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
wie entdeckt: Blog der Autorin
wo gekauft: Buchhandlung Kuppitsch


Ende 2011 muss Nunu Kaller sich eingestehen, dass sie ein Shopping-Problem hat. Längst schon hat sie den Überblick über ihren eigenen Kleiderschrank verloren, überall stapelt sich die Wäsche und das Shoppen ist für sie eine Ersatzbefriedigung, wenn manche Dinge nicht so gut laufen. Das soll sich ändern und so beschließt sie, ein ganzes Jahr lang keine Kleidung und keine Schuhe mehr zu kaufen. 

Ich habe schon seit einer Weile immer wieder mal ein wenig auf dem Blog von Nunu Kaller reingestöbert, hatte aber nie Lust, auf dem Bildschirm alle Beiträge ihrer Shoppingdiät nachzulesen. Daher habe ich mir dann vor ein paar Wochen ihr ebook gekauft (es ist auch als Taschenbuch erhältlich) und es an einem schönen Sommerwochenende fast in einem Rutsch auf dem Balkon gelesen.
Die Autorin schildert darin sehr humorvoll und selbstkritisch, wie es ihr bei ihrem Kaufverbot ergeht und welche Höhen und Tiefen sie dabei durchläuft. 

Vom Schreibstil her hat mich das Buch ein wenig an Hab ich selbst gemacht erinnert. Während mich das Buch von Susanne Klingner vom Thema her mehr angesprochen hat, gefällt mir das von Nunu Kaller aber kritisch betrachtet fast besser. Sie beschränkt sich in dem Jahr nicht darauf, keine Kleidung zu kaufen, sondern setzt es sich auch als Aufgabe, sich genauer über die Produktionsbedingungen von Kleidung zu informieren. Was sie bei der Hintergrundrecherche herausfindet, ist nichts, was man nicht ohnehin schon weiß, aber es schadet nicht, wenn man es sich wieder einmal ins Bewusstsein ruft: Angefangen von menschenunwürdigen Zuständen in Textilfabriken und Bangladesch über Kinderarbeit bis hin zu Baumwollbauern, die von Pflanzenschutzmittelherstellern bis zum Selbstmord aus Verzweiflung getrieben werden. 

Umso mehr sich Nunu Kaller informiert, umso mehr wird ihr klar, dass sie auch nach ihrem Experiment nicht mehr weiter die konventionelle Textilindustrie unterstützen will und so sucht sie nach Alternativen wie fair produzierte Kleidung, Secondhandläden und Kleidertauschtreffen. Sie beginnt auch selbst die Nadeln zu schwingen und strickt in ihrem Diätjahr einen Pullover.

Abgesehen davon, dass das Buch kurzweilig zu lesen ist, hat mir auch dieser informative Aspekt gut gefallen. Ich bemühe mich immer wieder mal, Kleidung fair oder gebraucht zu kaufen, aber so wirklich konsequent bin ich doch nie. Dieses Buch ist nicht nur eine gute Erinnerung, weshalb es wichtig ist, sich über solche Dinge Gedanken zu machen, sondern es zeigt auch gute Alternativen auf.
Ich war zwar ohnehin nie die große Kleidershopperin, aber die Autorin macht sich auch allgemeine Gedanken über Konsum und Shoppingwahn, die man auf ganz unterschiedliche Bereiche ummünzen kann. Ich denke da auch an stapelweise Bücherkäufe, obwohl sich zuhause der SuB ins Unendliche stapelt - ein Problem, das wohl so manche Buchblogger kennen. ;-)

Fazit: Ich habe das Buch wirklich gern gelesen. Es ist amüsant geschrieben und lässt sich locker weglesen, bietet aber auch einige Informationen zur Textilindustrie im Speziellen sowie zu unserer Konsumgesellschaft ganz allgemein.