Donnerstag, 8. Dezember 2016

[Knüpfereien] noch mehr Lesezeichen

Damit es hier neben Rezensionen und Geplauder mal wieder etwas Abwechslung gibt, habe ich mir gedacht, dass ich euch ein paar weitere Knüpfwerke zeigen kann. Leider habe ich dieses Jahr kaum etwas geknüpft, aber es gibt noch immer eine Reihe von Bändern aus meiner großen Knüpfphase, die ihr noch nicht kennt. Was ich euch auch irgendwann einmal zusammenstellen werde, sind meine "Figurenbänder" zu eigenen und fremden Romanfiguren.

Zunächst aber gibt es eine kleine Mischung an Lesezeichen:

Kreuz und quer
Strandspaziergang
Ceres
Feuersterne
The Riddle
Metamorphosen
Wassermann
Sonnenuntergang am Meer
Broceliande
Regenbogenschlange
Venezia

Sonntag, 4. Dezember 2016

Buchstabengeplauder #67

Zunächst mal: Ich kann kaum in Worte fassen, wie unglaublich erleichtert ich bin, dass dieser Wahlkrimi doch noch ein gutes Ende genommen hat. Ich hatte ehrlich gesagt keine großartigen Hoffnungen mehr vor der ersten Hochrechnung heute, aber manchmal ist es auch einfach sehr erfreulich, wenn man sich irrt.

Zweite erfreuliche (wenn auch vergleichsweise äußerst unwichtige) Sache heute: Ich habe gemeinsam mit meinem Schwager meinen MacMini komplett auseinandergenommen und eine SSD sowie mehr Arbeitsspeicher eingebaut. Aktuell bin ich noch damit beschäftigt, alle Daten von der externen Festplatte auf die neue Festplatte zu kopieren, aber ich bin schon mal sehr froh, dass anscheinend alles gut läuft. In das Innenleben eines MacMini vorzudringen, ist nämlich nicht ganz einfach. Da der Computer schon von 2009 ist, befürchte ich, dass ich dennoch früher oder später einen neuen brauchen werde, aber vorerst freue ich mich darüber, dass er nun deutlich flotter läuft.

Da ich übers Wochenenende bei meiner Familie war (es gab einen Geburtstag zu feiern sowie einen Debütantenball zu besuchen), konnte ich mich leider erneut nicht dem Adventslesen anschließen. Ich habe mich aber letzte Woche doch schon ein wenig in Weihnachtsstimmung gebracht, indem ich weihnachtlich dekoriert und Kekse gebacken habe, während ich mir Weihnachtskurzkrimis (unter anderem von Agatha Christie und Arthur Conan Doyle) vorlesen ließ.


Abgesehen von den Weihnachtskrimis, denen ich beim Backen lauschte, habe ich in den letzten Tagen nicht so viel gelesen, aber immerhin konnte ich heute im Zug The Stepsister Scheme von Jim C. Hines auslesen - ein rasanter Fantasyroman, in dem Aschenputtel gemeinsam mit Dornröschen und Schneewittchen loszieht, um ihren Prinz zu retten. 
Vielleicht finde ich in der nächsten Woche dann auch tatsächlich mal mehr Zeit und Ruhe zum Lesen.

Und wie war euer zweites Adventwochenende?

Dienstag, 29. November 2016

Edith Pattou - East


erschienen bei Houghton Mifflin Harcourt

Märchen-Bingo


Rose, das jüngste Kind einer armen Familie, war schon immer wild und ungestüm und anders als ihre Geschwister. Als ein riesiger Eisbär auftaucht und Reichtum und Gesundheit für ihre Familie verspricht, wenn Rose mit ihm kommt, lässt sie sich von ihm forttragen in ein verzaubertes Schloss. Dort wird sie Nacht für Nacht vor ein Rätsel gestellt, das sie unbedingt ergründen will - und damit löst sie ungewollt einen Fluch aus. Erneut muss Rose sich auf eine Reise begeben.

"East" ist eine Adaption des norwegischen Märchens "Östlich von der Sonne und westlich vom Mond", bei der das Märchen in einen realistischen Hintergrund mit Fantasyelementen eingebettet wird. Die Geschichte wird aus mehreren verschiedenen Perspektiven erzählt: Neben Rose kommen auch ihr Bruder Neddy, ihr Vater, der Eisbär und die Trollkönigin, die für den Fluch verantwortlich ist, zu Wort.
Anfangs fand ich die eher raschen Perspektivenwechsel irritierend, aber als ich mich erst einmal hineingefunden habe, hat es mir ganz gut gefallen, dass die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet wird.

Ich mochte das norwegische Märchen schon immer sehr gern und finde, dass Edith Pattou mit "East" eine sehr gute Umsetzung gelungen ist. Es handelt sich dabei um eine abenteuerliche Geschichte, die zwar relativ nah am Märchen dran bleibt, aber manchmal gewisse Elemente zugunsten der Stimmigkeit der Handlung abändert. Dadurch wirkt der Roman weitgehend "wie aus einem Guss" und in sich geschlossen - etwas, das bei einer weiteren Adaption des Märchens unter dem Titel "Ice. Hüter des Nordens" nicht der Fall war.

Rose ist eine sehr sympathische und energische Heldin, die nicht fehlerfrei ist und dadurch sehr glaubhaft wirkt. Es wird sehr anschaulich beschrieben, wie sie allmählich eine Art Freundschaft mit dem Eisbären schließt und dadurch ist es auch nachvollziehbar, dass sie schließlich alles daran setzt, seinen Fluch zu brechen.
Die anderen Figuren, wie etwa ihr Bruder Neddy, bleiben daneben etwas blass, aber es hat mir dennoch gut gefallen, wie die gesamte Familie von Rose anfangs eine wichtige Rolle spielt. Das erdet die Geschichte gewissermaßen und gibt Rose auch einen Hintergrund, auf dem die Autorin aufbauen kann. 
Später kommen einige Nebenfiguren hinzu, die Rose in typischer Märchenmanier für einen Teil ihrer Reise zur Seite stehen. Besonders gut hat mir die kleine Crew rund um einen grummeligen, betrunkenen Seefahrer gefallen.

Einzig der letzte Teil der Geschichte, der im Reich der Trollkönigin spielt, konnte mich nicht ganz überzeugen, da mir hier manches gar zu phantastisch war.
Es hat mich außerdem irritiert, dass "East" zwar sehr klar in unserer Welt des 16. Jahrhunderts verankert ist - so spielen reale Städte wie Trondheim und La Rochelle eine Rolle, hinter dem Eisbären verbirgt sich eine historische Person und Ländernamen werden in ihrer korrekten norwegischen Form (etwa Tyskland und Fransk) verwendet -, Norwegen aber sehr nebulös als "Njord" und Einwohner sowie Sprache gleichermaßen als "Njorden" bezeichnet werden. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber ich fand es einfach seltsam, dass nur Norwegen hier einen Art "Märchennamen" erhält.

Abgesehen davon ist "East" aber ein sehr schöner Jugendroman, der ein phantastisches Abenteuer mit einer klassischen Coming-of-Age-Geschichte verbindet. Gerade jetzt in den Wintermonaten ist er mit seinen nördlichen und eisigen Schauplätzen eine sehr passende Lektüre.

Donnerstag, 24. November 2016

Buchstabengeplauder #66

Diesen November will ich einfach nicht so recht zum Bloggen kommen. Nachdem wir am Wochenende die Theateraufführungen hatten und somit der Proben- und Premierenstress vorbei ist, habe ich mir einen grippalen Infekt eingefangen mit Halsschmerzen, Fieber, Schnupfen und Husten. Ich habe daher so ziemlich die ganze Woche im Bett verbracht und mir die Zeit mit Schlafen, Gilmore Girls-Gucken und Hörbuch hören vertrieben. Dabei ist der 5. Band von Harry Potter, mein aktuelles Hörbuch, ja gar nicht so als gemütliche Krankenlektüre geeignet, da ich diesen Band in einigen Aspekten sehr ermüdend und frustrierend finde. Aber immerhin ist nun allmählich ein Ende in Sicht.

Wo mir jetzt gerade ein wenig die Zeit davonläuft, das ist das Märchen-Bingo. Zwar habe ich an sich schon genug Bücher gelesen, um eine Reihe voll zu bekommen, aber East wartet noch darauf rezensiert zu werden, ich lese gerade noch ein Buch, das auch zur Challenge passt (The Stepsister Scheme) und habe außerdem auf dem SuB noch Die Warheit über Hänsel und Gretel. Mal sehen, ob ich außer der Rezension noch etwas schaffe bis Ende November. 

Ich kann es außerdem nicht glauben, dass bereits das erste Adventwochenende vor der Tür steht. Ich habe noch keinen Adventkranz bzw. winterliche Dekoration und noch keinerlei Plan, welche Kekse ich dieses Jahr backen werde.

Fühlt ihr euch auch so überrumpelt vom nahenden Adventbeginn oder gehts nur mir so, weil mir durch das Kranksein gerade fast eine Woche "fehlt"?

Montag, 21. November 2016

Noah Hawley - Vor dem Fall


erschienen bei Goldmann
woher: Buchhandlung !Bestseller


An einem nebligen Abend macht sich ein Privatjet von Martha's Vinyard auf den Weg nach New York. Neben zwei reichen Familien ist durch Zufall auch der Maler Scott Burroughs mit an Bord. Als das Flugzeug kurz nach dem Start ins Meer stürzt, gelingt es Scott, sich und einen vierjährigen Jungen ans Ufer zu retten. Er wird zunächst als großer Held gefeiert, aber als die Suche nach der Absturzursache immer mehr Fragen aufwirft, steht Scott bald im Mittelpunkt abstruser Verschwörungstheorien.

"Vor dem Fall" ist ein eher ruhiger Spannungsroman, der kritisch Sensationsjournalismus und die Macht der Medien hinterfragt. Da in dem Flugzeug reiche und einflussreiche Menschen saßen, dauert es nicht lange, ehe von einem geplanten Mord oder gar einem Terroranschlag gemunkelt wird. Während Scott zuerst noch von den Medien verfolgt wird, weil diese ihn zum Helden hochstilisieren wollen, schlägt die Stimmung bald um und er findet sich als Opfer der reinsten Hetzjagd wieder.

Warum hat ausgerechnet Scott überlebt? Und was machte ein mittelloser Maler überhaupt mit an Bord eines Privatjets? Kann es sich bei dem Absturz um einen Unfall gehandelt haben? Und weshalb malte Scott in den letzten Jahren ausgerechnet Bilder von Katastrophen? 
Diesen Fragen geht der Autor in dem Roman auf dem Grund, aber nicht im Stil eines Krimis oder eines Thrillers. "Vor dem Fall" ist eher eine Charakterstudie, in der auch das frühere Leben und die Hintergründe der Verstorbenen geschildert werden. Dabei werden nach und nach Geheimnisse aufgedeckt, bei denen man lange nicht weiß, ob sie im Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz stehen. 
Während der Roman in Rückblicken die Vergangenheit mehrerer verschiedene Figuren erzählt, liegt in der Gegenwart der Fokus auf Scott, der gewissermaßen als Identifikationsfigur dient. 

Nach und nach werden manche Zusammenhänge klarer, bis am Ende auch die Absturzursache geklärt wird. Mich hat leider das Ende nicht gänzlich zufriedengestellt, da es mir zu sehr an ein reales Vorbild angelehnt war. Ich will nicht behaupten, dass das Ende nicht stimmig ist, aber es war die erste Erklärung, die mir schon früh in den Sinn gekommen ist und mir hat daher noch eine gewisse Überraschung, eine Wendung gefehlt. 

Abgesehen davon hat mir der Roman aber sehr gut gefallen. Er ist fesselnd geschrieben und enthält interessante, wenn auch mitunter etwas stereotype Charaktere, deren Hintergründe gut ausgearbeitet sind. Der Medienrummel und die Art und Weise, wie vor allem ein Fernsehsender sich seine ganz eigene Wahrheit zurechtlegt, sind erschreckend realistisch geschildert.
Ich kann "Vor dem Fall" allen empfehlen, für die Spannung nicht mit Action einhergehen muss und die eine Geschichte gern von verschiedenen Seiten beleuchtet bekommen.